Neckarauer Dreiklang

Pädagogische Umsetzung des Leitbildes

Diakonische Aufgaben wahrzunehmen ist seit der Gründung des Bach-Gymnasiums ein wesentliches Anliegen, das in verschiedenen Formen verwirklicht wird. Im „Neckarauer Dreiklang“, dem Zusammenwirken von Matthäusgemeinde, Neckarauer diakonischen Einrichtungen und unserer Schule, wird Diakonie besonders ins Blickfeld gerückt.

Das Umfeld der meisten Menschen hat sich heute so verändert, dass Erfahrungen mit Tod, Alter, Krankheit, Armut und Behinderung nicht mehr wie früher selbstverständlich zur Alltagswirklichkeit der Schüler gehören. Durch die Diakonie lernen unsere Schüler ihnen oft fremde und unvertraute Bereiche unserer Lebenswirklichkeit kennen und erfahren so sehr konkret, was es heißt, jedes menschliche Leben in all seinen Möglichkeiten und auch in seinen Verletzungen als Ebenbild Gottes zu respektieren.

Eher zufällige, aber deshalb nicht minder eindrückliche Begegnungen mit Bewohnern der Neckarauer diakonischen Einrichtungen gehören zum Alltag unserer Schüler. Die ersten regelmäßigen Kontakte haben die Schüler in der 6. Klasse durch die Gestaltung der zentralen Geburtstagsfeiern im Senioren- und Pflegeheim mit Musik, Tanz und Spiel.

Die 8.Klassen lernen gruppenweise in einem mehrwöchigen Blockunterricht eine der Einrichtungen näher kennen. Dazu gehört auch die Begegnung mit oft mehrfach behinderten Kindern beim gemeinsamen Essen, bei Spiel und Sport. Ab Klasse 8 besteht individuell die Möglichkeit, sich im „Neckarauer Halbjahr“ ehrenamtlich jeweils zwei Stunden pro Woche diakonisch zu engagieren.

„Schule macht Diakonie – Diakonie macht Schule“: im Rahmen eines zweiwöchigen Sozialpraktikums arbeiten alle Schüler der Klasse 11 in einer sozialen Einrichtung ihrer Wahl mit.

Im Wahlfach Diakonie in der Oberstufe lernen die Schüler verschiedene theologische, philosophische und soziologische Grundfragen und Theorien des Zusammenlebens von Menschen in unserer Gesellschaft kennen und reflektieren aus dieser Perspektive ihre eigenen Erfahrungen.

Im schuleigenen eine-welt-laden versuchen Schüler – selbstverständlich freiwillig und ehrenamtlich – ein Zeichen für christliche Weltverantwortung und Menschenliebe zu setzen. Fair gehandelte Produkte helfen den Erzeugern zu menschenwürdigerem Leben.

Einfühlungsvermögen und Gespür für Gerechtigkeit lassen sich letztlich nur in der gelebten Begegnung mit Menschen lernen. Konkrete Erfahrungen in der Diakonie und eigenes Engagement für Gerechtigkeit bringen unseren Schülern die vielfältige Lebenswirklichkeit hier wie in anderen Teilen der „Einen Welt“ nahe.